Konservierung
Die Konservierung dient in erster Linie der Sicherung und langfristigen Erhaltung historischer Originalsubstanz. Im Mittelpunkt steht nicht die Veränderung oder Wiederherstellung des Erscheinungsbildes, sondern die Stabilisierung des vorhandenen Bestandes und die Vermeidung weiterer Schäden. Dazu werden zunächst der Erhaltungszustand und die bestehenden Schadensprozesse untersucht und deren Ursachen beurteilt. Feuchtigkeit, Salze, klimatische Einflüsse, Materialalterung, mechanische Belastungen oder ungeeignete frühere Eingriffe können die historische Substanz gefährden und erfordern jeweils unterschiedliche konservatorische Massnahmen.
Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden gezielte Massnahmen entwickelt, um gefährdete Materialien zu festigen, lose oder abgelöste Bereiche zu sichern und fortschreitende Veränderungen möglichst zu begrenzen. Dabei gilt der Grundsatz, so wenig wie möglich und nur so viel wie notwendig in die historische Substanz einzugreifen.
Konservierung Wandmalereien
Historische Wandmalereien sind ein unmittelbarer Bestandteil der Architektur und zugleich bedeutende Zeugnisse ihrer Entstehungszeit. Sie bewahren Informationen über historische Maltechniken, verwendete Materialien, künstlerische Gestaltung und die Veränderungen eines Bauwerks über Jahrhunderte hinweg.
Ihre Konservierung setzt eine genaue Kenntnis des vorhandenen Bestandes voraus. Vor jeder Massnahme werden deshalb Mal- und Putzschichten, historische Fassungen, frühere Veränderungen und der Erhaltungszustand sorgfältig untersucht und dokumentiert. Bei komplexen Fragestellungen können die Befunde durch mikroskopische Untersuchungen und Materialanalysen ergänzt werden. Auf Grundlage dieser Untersuchungen werden die notwendigen konservatorischen Massnahmen individuell festgelegt. Dazu gehören insbesondere die Sicherung gefährdeter Malschichten, die Festigung geschwächter Putz- und Maloberflächen, die Sicherung von Hohlstellen und Ablösungen sowie die Stabilisierung gefährdeter Bereiche. Materialien und Verfahren werden dabei auf den historischen Bestand abgestimmt und hinsichtlich ihrer Verträglichkeit mit der Originalsubstanz beurteilt.
Besondere Bedeutung hat die Erhaltung historisch gewachsener Oberflächen. Altersspuren, Veränderungen und unterschiedliche Fassungsphasen können wesentliche Bestandteile der Geschichte einer Wandmalerei sein. Ziel einer Konservierung ist deshalb nicht, ein vermeintlich ursprüngliches oder neuwertiges Erscheinungsbild wiederherzustellen, sondern die vorhandene historische Substanz zu sichern und ihre Aussage zu bewahren.
Unser Ziel ist es, Wandmalereien in ihrer materiellen Substanz, ihrer historischen Entwicklung und ihrer künstlerischen Aussage langfristig zu erhalten.
Konservierung von historischen Verputzen
Historische Verputze sind weit mehr als funktionale Bestandteile eines Bauwerks. Sie sind wichtige Zeugnisse historischer Materialien, handwerklicher Techniken und unterschiedlicher Bauphasen. Oberflächen, Bearbeitungsspuren, Farbfassungen und übereinanderliegende Putzschichten können wertvolle Informationen über die Entstehung und Veränderung eines Gebäudes über Jahrhunderte hinweg bewahren.
Die Konservierung historischer Verputze setzt deshalb eine sorgfältige Untersuchung und Beurteilung des vorhandenen Bestandes voraus. Materialaufbau, unterschiedliche Putzschichten, historische Oberflächen und frühere Eingriffe werden erfasst und in ihrem Zusammenhang beurteilt. Wo erforderlich, können Materialproben sowie mikroskopische und weitere analytische Untersuchungen zusätzliche Erkenntnisse liefern.
Auf dieser Grundlage werden die notwendigen konservatorischen Massnahmen auf den jeweiligen Bestand abgestimmt. Dazu gehören beispielsweise die Sicherung gelockerter Putzbereiche, die Festigung geschwächter Oberflächen, die Hinterfüllung von Hohlstellen sowie die Stabilisierung gefährdeter historischer Schichten. Dabei werden Materialien und Verfahren verwendet, die mit dem vorhandenen historischen Bestand möglichst gut verträglich sind. Besondere Bedeutung kommt der Erhaltung historisch gewachsener Oberflächen und Schichten zu. Auch ältere Reparaturen, Veränderungen und Gebrauchsspuren können Teil der Baugeschichte geworden sein und wichtige Informationen über die Entwicklung eines Gebäudes enthalten.
Unser Ziel ist es, historische Verputze mit ihren unterschiedlichen Schichten, Oberflächen und Spuren langfristig zu sichern und ihre materielle und baugeschichtliche Aussage zu bewahren.
Konservierung von Altären, Tafelbildern und Leinwandgemälden
Historische Ausstattungen wie Altäre, Skulpturen, Tafelbilder und Leinwandgemälde sind bedeutende Zeugnisse ihrer Entstehungszeit. Neben ihrer künstlerischen und religiösen Bedeutung bewahren sie wertvolle Informationen über historische Materialien, Maltechniken, Fassungen und handwerkliche Arbeitsweisen. Die Konservierung dieser Kunstwerke setzt eine sorgfältige Kenntnis ihres Aufbaus, ihrer Materialien und ihres Erhaltungszustandes voraus. Dabei werden Bildträger, Grundierungen, Malschichten und Fassungen ebenso berücksichtigt wie historische Veränderungen und frühere Restaurierungsmassnahmen. Bei Bedarf ergänzen mikroskopische Untersuchungen sowie RFA/XRF- und Raman-Analysen die restauratorische Untersuchung. Auf Grundlage der Befunde werden die notwendigen konservatorischen Massnahmen individuell auf das jeweilige Kunstwerk abgestimmt. Dazu gehören beispielsweise die Sicherung und Festigung gefährdeter Malschichten und Fassungen, die Stabilisierung geschwächter Bildträger sowie die Sicherung gefährdeter Bereiche und Oberflächen. Materialien und Verfahren werden sorgfältig auf die Eigenschaften der historischen Originalsubstanz abgestimmt.
Dabei betrachten wir ein Kunstwerk nicht nur in seinem heutigen Erscheinungsbild. Historische Veränderungen, Altersspuren und frühere Eingriffe können Teil seiner Geschichte und Überlieferung sein und werden deshalb in die konservatorische Beurteilung einbezogen.
Ziel unserer Arbeit ist es, die vorhandene Originalsubstanz zu sichern, die historische und künstlerische Aussage des Kunstwerkes zu bewahren und seinen langfristigen Erhalt zu ermöglichen.
Doublierung von Leinwandgemälden
Die Doublierung ist eine konservatorisch-restauratorische Massnahme zur Stabilisierung stark geschwächter oder geschädigter Leinwandgemälde. Dabei wird die originale Leinwand rückseitig mit einem zusätzlichen Trägergewebe verbunden, um die mechanische Stabilität des Bildträgers wiederherzustellen und gefährdete Bereiche dauerhaft zu sichern. Historisch wurde die Doublierung vergleichsweise häufig eingesetzt. Heute wird wesentlich differenzierter beurteilt, ob ein solcher Eingriff tatsächlich erforderlich ist. Der Erhalt der originalen Leinwand und ihrer materiellen Eigenschaften steht dabei im Vordergrund. Wo eine ausreichende Stabilisierung mit weniger weitreichenden Massnahmen möglich ist, werden diese bevorzugt. Ist aufgrund des Zustandes des Bildträgers eine Doublierung notwendig, erfolgt die Auswahl des Verfahrens und der verwendeten Materialien individuell auf Grundlage einer sorgfältigen Untersuchung des Gemäldes. In unserem Atelier können Doublierungen auf einem Vakuumheiztisch ausgeführt werden. Die kontrollierte Anwendung von Vakuum, Temperatur und Druck ermöglicht eine gleichmässige und auf das jeweilige Objekt abgestimmte Behandlung. Besondere Bedeutung kommt dabei der Auswahl geeigneter und mit dem historischen Bestand verträglicher Materialien zu. Ziel ist eine ausreichende Stabilisierung des Gemäldes bei möglichst geringer Beeinflussung seiner originalen Struktur.
Eine Doublierung wird von uns deshalb nicht als routinemässige Massnahme verstanden, sondern als gezielter Eingriff, wenn der langfristige Erhalt eines geschwächten Leinwandgemäldes eine zusätzliche Stabilisierung des Bildträgers erfordert.