Restaurierung
Restaurierung umfasst Massnahmen, die über die reine Sicherung und Stabilisierung eines Kunst- oder Kulturgutes hinausgehen. Sie dient dazu, geschädigte oder beeinträchtigte Bereiche zu behandeln, historische und künstlerische Zusammenhänge wieder besser erfahrbar zu machen und die Lesbarkeit eines Objektes zu verbessern, ohne seine gewachsene Geschichte zu verfälschen. Grundlage jeder Restaurierung ist die sorgfältige Untersuchung und Beurteilung des vorhandenen Bestandes. Historische Materialien und Werktechniken, unterschiedliche Fassungen und Veränderungen sowie frühere Restaurierungsmassnahmen werden dabei ebenso berücksichtigt wie der heutige Erhaltungszustand. Bei der Ausführung verbinden wir traditionelle handwerkliche Techniken mit heutigen restauratorischen Methoden und Erkenntnissen. Ergänzungen und Eingriffe werden auf den historischen Bestand abgestimmt und auf das fachlich notwendige Mass beschränkt.
Ziel unserer Restaurierung ist nicht, ein historisches Objekt wieder neu erscheinen zu lassen, sondern seine erhaltene Originalsubstanz zu respektieren, seine historische und künstlerische Aussage zu bewahren und beeinträchtigte Zusammenhänge wieder verständlich und erlebbar zu machen.
Restaurierung
Historische Wandmalereien gehören zu den bedeutendsten Bestandteilen historischer Architektur. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Bauwerk und bewahren wichtige Zeugnisse über künstlerische Gestaltung, historische Maltechniken, Materialien und unterschiedliche Gestaltungsphasen. Sakrale Darstellungen in Kirchen und Kapellen gehören ebenso dazu wie profane Malereien in Schlössern, Burgen und Patrizierhäusern. Die Restaurierung einer Wandmalerei setzt eine genaue Kenntnis ihres historischen Aufbaus und ihres Erhaltungszustandes voraus. Grundlage bilden deshalb die Untersuchung der Mal- und Putzschichten, die Erfassung unterschiedlicher Fassungs- und Restaurierungsphasen sowie die Beurteilung früherer Eingriffe. Wo erforderlich, werden diese Befunde durch mikroskopische Untersuchungen, Materialproben sowie RFA/XRF- und Raman-Analysen ergänzt. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wird für jede Wandmalerei ein individuelles Restaurierungskonzept entwickelt. Restauratorische Massnahmen können beispielsweise die Abnahme ungeeigneter späterer Überarbeitungen, die Behandlung von Fehlstellen, die Reduzierung störender Veränderungen sowie Retuschen zur Beruhigung und besseren Lesbarkeit des überlieferten Bestandes umfassen. Voraussetzung ist dabei stets die vorherige Sicherung gefährdeter Originalsubstanz.
Eine besondere Verantwortung besteht im Umgang mit historisch gewachsenen Zuständen. Nicht jede Veränderung ist ein Schaden und nicht jede ältere Ergänzung muss entfernt werden. Unterschiedliche Fassungen, Altersspuren und frühere Eingriffe können selbst Teil der Geschichte einer Wandmalerei geworden sein. Ihre Bedeutung wird deshalb vor einer restauratorischen Massnahme sorgfältig beurteilt. Dabei verbinden wir jahrzehntelange Erfahrung an historischen Wandmalereien mit traditionellen Arbeitstechniken, restauratorischer Untersuchung und modernen analytischen Möglichkeiten. Eingriffe werden auf das notwendige Mass beschränkt und auf den jeweiligen historischen Bestand abgestimmt.
Ziel der Restaurierung ist nicht die Rekonstruktion eines vermeintlich ursprünglichen oder neuwertigen Zustandes. Vielmehr sollen die erhaltene Originalsubstanz bewahrt, historische und künstlerische Zusammenhänge wieder besser lesbar und der Charakter der Wandmalerei respektiert werden.
Restaurierung von historischen Verputzen
Historische Verputze sind bedeutende Zeugnisse vergangener Bauepochen und prägen wesentlich den Charakter und das Erscheinungsbild historischer Gebäude. Zusammensetzung, Verarbeitung, Oberflächenstruktur und Farbfassung geben wichtige Hinweise auf historische Handwerkstechniken und unterschiedliche Bau- und Gestaltungsphasen. Die Restaurierung historischer Verputze beginnt mit einer sorgfältigen Untersuchung des vorhandenen Bestandes. Dabei werden unterschiedliche Putzschichten, historische Oberflächen, Bearbeitungsspuren, Fassungen, spätere Veränderungen und frühere Reparaturen erfasst und in ihrem Zusammenhang beurteilt. Wo erforderlich, ergänzen Materialanalysen sowie Quer- und Dünnschliffuntersuchungen die Befunde und ermöglichen eine genauere Bestimmung von Bindemitteln, Zuschlägen und Materialaufbau.
Auf dieser Grundlage entwickeln wir ein individuell auf den historischen Bestand abgestimmtes Restaurierungskonzept. Nach der notwendigen konservatorischen Sicherung können restauratorische Massnahmen beispielsweise die Behandlung und Schliessung von Fehlstellen, die Ergänzung geschädigter Putzbereiche sowie die Anpassung von Oberflächenstrukturen und Farbtönen umfassen. Verwendete Mörtel und Ergänzungsmaterialien werden hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Verträglichkeit sorgfältig auf den historischen Bestand abgestimmt. Besondere Bedeutung hat dabei der Umgang mit den überlieferten historischen Oberflächen. Ziel ist nicht, einen alten Verputz wieder gleichmässig oder neu erscheinen zu lassen. Altersspuren, handwerkliche Unregelmässigkeiten und unterschiedliche historische Phasen können wesentliche Bestandteile seines Charakters und seiner Geschichte sein.
Unsere Restaurierung soll Fehlstellen und störende Beeinträchtigungen zurücknehmen, historische Zusammenhänge wieder besser erfahrbar machen und gleichzeitig möglichst viel der gewachsenen Originalsubstanz und ihrer authentischen Oberfläche bewahren.
Restaurierung von Altären, Tafelbildern und Leinwandgemälden
Altäre, Tafelbilder und Leinwandgemälde gehören zu den bedeutenden Bestandteilen historischer und sakraler Innenausstattungen. Sie vereinen künstlerische Gestaltung, historische Materialien und handwerkliche Techniken und sind zugleich wichtige Zeugnisse ihrer Entstehungszeit und ihrer oftmals jahrhundertelangen Geschichte. Ihre Restaurierung setzt ein umfassendes Verständnis des materiellen Aufbaus, der historischen Mal- und Fasstechniken sowie der überlieferten Veränderungen voraus. Zu Beginn werden deshalb Bildträger, Grundierungen, Malschichten und Fassungen untersucht und dokumentiert. Frühere Ergänzungen und Restaurierungsmassnahmen werden dabei ebenso berücksichtigt wie der heutige Erhaltungszustand. Bei Bedarf können die Untersuchungen durch Mikroskopie, RFA/XRF, Raman-Analysen sowie Quer- und Dünnschliffe ergänzt werden.
Nach der notwendigen konservatorischen Sicherung werden die restauratorischen Massnahmen individuell auf das jeweilige Kunstwerk abgestimmt. Dazu können die Abnahme oder Reduzierung ungeeigneter früherer Überarbeitungen, die Behandlung von Fehlstellen, die Reinigung von Oberflächen sowie Kittungen und Retuschen gehören. Bei Leinwandgemälden können darüber hinaus Eingriffe am textilen Bildträger oder am Spannsystem erforderlich sein. Besondere Sorgfalt gilt dem Umgang mit Fehlstellen und Retuschen. Ergänzungen sollen sich in das Gesamtbild einfügen und die Lesbarkeit des Kunstwerkes verbessern, ohne erhaltene Originalsubstanz zu überdecken oder historische Befunde zu verfälschen. Umfang und Ausführung werden deshalb für jedes Objekt individuell festgelegt. Bei Altären und gefassten Ausstattungen umfasst die Restaurierung häufig unterschiedliche Materialien und Techniken. Holz, Grundierungen, Farbfassungen, Vergoldungen, versilberte Oberflächen und plastische Elemente können innerhalb eines einzigen Objektes zusammentreffen und erfordern entsprechend differenzierte restauratorische Verfahren. Dabei verbinden wir traditionelle Handwerkstechniken und jahrzehntelange Erfahrung am Original mit heutigen restauratorischen und analytischen Möglichkeiten. Nicht ein neuwertiges Erscheinungsbild steht im Vordergrund, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen erhaltener Originalsubstanz, historischer Überlieferung und der künstlerischen Wirkung des Werkes.
Ziel unserer Restaurierung ist es, die historische und künstlerische Aussage von Altären, Tafelbildern und Leinwandgemälden wieder besser erfahrbar zu machen und gleichzeitig ihre gewachsene Substanz und Geschichte zu respektieren und langfristig zu bewahren.